Seehofer fördert Frauen nur in Sonntagsreden

22. November 2012

BayernSPD-Generalsekretärin: CSU versagt bei Quotendiskussion und Lohngerechtigkeit

Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Natascha Kohnen hält die aktuelle Äußerung von Ministerpräsident Horst Seehofer gegen eine 40-Prozent-Quote für Frauen in Aufsichtsräten für eine „Frechheit“ gegenüber Frauen. Europa habe im Moment andere Aufgaben als eine Frauenquote, sagte Seehofer einer Tageszeitung mit Hinweis auf die Entscheidung der EU-Kommission. „Seehofer und die CSU müssen endlich beweisen, dass sie es ernst meinen mit der Frauenförderung und das nicht nur ein Thema für die Sonntagsreden ist“, so die SPD-Generalsekretärin.

Besonders unschön sei es jedoch, wenn Seehofer die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern gegen das Thema Quote ausspiele. Kohnen verweist darauf, dass die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern besonders in Bayern zu wünschen übrig lasse. Denn während sich die Schere bundesweit zwischen 2006 und 2010 zumindest minimal geschlossen habe, sei sie im Freistaat weiter aufgegangen: Der durchschnittliche Brutto-Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen ist im Freistaat laut Statistischem Bundesamt von 23 Prozent im Jahr 2006 auf 26 Prozent im Jahr 2010 gestiegen.

„Das bedeutet, bayerische Frauen verdienen für die gleiche Arbeit im Durchschnitt 26 Prozent weniger als ihre männlichen und gleich qualifizierten Kollegen. Das ist ein Armutszeugnis für die Frauenförderung der CSU! Sie will keine Quote und bekommt auch keine Lohngerechtigkeit hin, und Seehofer spielt ein Thema gegen das andere aus. Die Leidtragenden sind die Frauen!"

Aufsichtsräte von europäischen Unternehmen sollen ab dem Jahr 2023 zu mindestens 40 Prozent mit Frauen besetzt werden. Dies hatte die Europäische Kommission vor kurzem beschlossen.

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